Montag, 31. Dezember 2012

Guten Beschluss und tolle Party!

Guten Beschluss wünscht man in Franken zum Jahreswechsel.
Das wünsche ich allen meinen Lesern und Leserinnen und Alles Gute für 2013!

und eine tolle Party, so toll wie die in
PLAYTIME, F, 1967, von Jaques Tati

Die tollste Filmparty die ich kenne!



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Das war der Weihnachtsmann!












Donnerstag, 20. Dezember 2012

Einmischung aus dem Inneren Berlins: Freiräume!!!

Dieser Artikel ist jetzt auch auf dem Debattenportal der Bundesstiftung Baukultur www.bkult.de zu finden. Beteiligen Sie sich an der Debatte! 


Ich bin von ganzem Herzen Freiraumarchitektin und wenn mir etwas wirklich wichtig ist, dann ist es der Schutz, die Pflege und Gestaltung von physischen und geistigen Freiräumen.
Dafür ist mein Blog der sichtbare Beweis – er ist mein gestaltgewordener geistiger Freiraum.

Freiräume sind, und das sage ich aus meiner eigenen Lebenserfahrung, überlebenswichtig.
Sie lassen Raum für Nonkonformes, für Rückzug, für Freiheit im Denken und Fühlen.
Sie geben den Blick frei, das Denken und den Körper.

Nicht von ungefähr habe ich 1985 an der TU Berlin das Studium der Landschaftsplanung aufgenommen und 1991 in eben dieser Stadt erfolgreich beendet, um dann in und für
Berlin als Freiraumarchitektin zu arbeiten - damals im aufregenden Berlin nach dem Mauerfall, als die Welt plötzlich groß und offen schien, als es soviele Fragen an unendlich viele Berliner Stadtbrachen gab, die der Krieg und der kalte Krieg, mit Berlin als Frontstadt, hinterlassen hatten.

Seither ist eine lange Zeit vergangen.
Fast 30 Jahre kenne ich Berlin als spröde Schönheit und sehe die Stadt sich wandeln.
Es ist meine geistige und pyhsische Heimat seit dieser Zeit. Berlin stand immer für Freiräume, für Raum zum Experimentieren, für das Unfertige. Und Berlin verändert sich seither stetig.

Wandel heißt Anpassung das ist ein Spruch aus der Evolutionstheorie.
Er gilt mit Sicherheit, erstreckt sich allerdings über Jahrmillionen und beinhaltet unseren Wandel als Spezies Mensch. Für mich, die ich seit fast einem halben Jahrhundet Lebenserfahrung als lebendiges biologisches und kulturelles Wesen sammle, ist der Wandel Berlins mittlerweile bedrohlich.

Berlin verliert seine Textur und seine Freiräume. Berlin verliert seinen Himmel und seine Blickachsen. Nach und nach geht Luftraum und realer Freiraum an umbaute Flächen verloren.
Diese Räume, von denen ich spreche, waren recht häufig Brachen, gar nicht unbedingt im klassischen Sinne nutzbar, aber eben da, als Blickfreigeber im Gewebe der Stadt.
Sie gehen verloren, bedrohlich schnell und vermutlich noch schneller, jetzt nachdem klar wurde, dass Berlin auf prognostizierte ca. 3,7 Millionen anwachsen soll.
Wie schön für die Vitalität dieser Stadt diese Nachricht doch eigentlich ist! - und wie gefährlich möglicherweise für eine Flächenstadt, die an topographischen Ereignissen und natürlichen Strukturelementen arm ist!
Man könnte Berlin jetzt immer weiter zumetern mit Häusern, jedes freie Grundstück nutzen, überall ein Haus hinstellen. So war das schon einmal, Ende des 19. Jahrhunderts, als Berlin sogenannte Mietskasernenstadt war.
Das steinerne Berlin titelte 1930 eindrücklich das Buch von Werner Hegemann. Es war eines der ersten Bücher, worüber ich in meinem Studium zur Berliner Stadtentwicklung referierte. Es kommt mir dieser Tage traurig wieder in den Sinn.
Sogar entlang der Parade-S-Bahn-Strecke, die so wunderbar den Blick freigab auf das Regierungsviertel mit Reichstag, Kanzleramt und den Tiergarten werden jetzt die Häuser hochgemetert.
Überall, wo ich dieser Tage langgehe, steht plötzlich in der Blickachse ein Haus.

Keine Großstadt die ich kenne ist so flächig wie Berlin und so arm an strukturgebender natürlicher Topographie.
New York ist zu jeder Seite begrenzt von Wasser, Manhatten ist dadurch extrem überschaubar. Nach einem Fußmarsch kommt der Hudson, an jeder Seite;
San Francisco lebt von der Topographie, der East Bay und dem Pazifik;
Montreal lebt vom Mount Royal und dem Sankt-Lorenz-Strom;
London ist viel weniger flächig und kleinstruktürlicher; Barcelona hat das Meer und die Berge als große strukturgebende Elemente – es ließen sich noch viele Beispiele anführen.
Moskau ist, nach allem was ich weiß, leider ein trauriges Beispiel für den unbedachten, unwiederbringlichen Verlust von innerstädtischen Freiräumen.

Jede Stadt hat ihre Textur und ihren Rhythmus und ich bin überzeugt, dass es gut und wichtig ist, auf diesen Rhythmus “zu hören”.
Der zweite Weltkrieg war in jeder Hinsicht eine Katastrophe, an dessen Ende Berlin geteilt war und die Stadt zerstört. Daraus ist das heutige, offenwundige Berlin geworden; ein Freiluftmuseum der jüngeren europäischen Geschichte, die eben auch eine Geschichte von Freiräumen und Befreiung ist.
In diesem Sinn gehöre ich zu Berlin, denn auch ich bin ein lebendiges Beispiel der andauernden geistigen und physischen Befreiung, die die Bundesrepublik und Berlin zu dem gemacht hat, was sie heute sind.

Als solche rufe ich alle, denen Berlin am Herzen liegt, dazu auf, die Freiräume Berlins als Wesenseigenheit zu betrachten und sich ihrer immensen Bedeutung bewusst zu sein.
Was an gebauter Substanz erstmal steht, das steht – und zwar für lange Zeit!

Himmel, zumal der Berliner Himmel, ist ein großes Gut in einer Stadt. Er steht für Weitblick.
Es mag Luftraum sein, aber als solches ist es eben auch Freiraum.
Ich möchte hier weiter leben können, mit und neben den anderen 3 699 999 Menschen, in einer Stadt, die weiter Raum lässt – in jeder Hinsicht.

Dezember 2012


Stadt braucht viele Orte, 'Orte des Nichtidentischen', 'Orte der Urbanen Extase', Volksparks und Rummelplätze; städtische Bühnen genauso wie Orte der Kontemplation und des Rückzugs.”
aus: Brönner, Gröning (Hrsg.), GARTEN-FILM-LANDSCHAFT, Berlin, 2001








Eure und Ihre zahlreichen Kommentare veröffentliche ich gerne auf der Blogseite http://imdickichtberlins.blogspot.de/
(Wie jede Redaktion behalte ich mir dabei die redaktionelle Kürzung einzelner Lesermeinungen vor.)
Bitte senden Sie, sendet Eure Beiträge an mail[at]utebroenner.de
Vielen Dank!

Mit allen guten Wünschen!
Eure und Ihre 

Ute Brönner

Freitag, 7. Dezember 2012

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Feine Sache

Rolf Julius und Nina Canell
LAUTLOS

Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwartskunst


bis 21. April 2013

Freitag, 30. November 2012

Donnerstag, 29. November 2012

Zum Schluss

Begräbnis, Beerdigung, Bestattung, Beisetzung

Mittwoch, 28. November 2012

Paradise is hard to hold

Das ist die wahre Geschichte der Vertreibung:
Ewige Fülle ist nicht aushaltbar. Das Leben besteht aus Einatmen und Ausatmen.

Dienstag, 27. November 2012

Donnerstag, 22. November 2012

Was mich froh macht

An einem hellen Tag durch Berlin radeln, Spazierengehen im Tiergarten, Witze mit der Familie erzählen, die Sonnenstrahlen in meinem Studio, der Nebel dieser Tage, Singen in der Kirche, eine gute Kunstausstellung, schmackhaftes Essen, Improvisieren, Gemeinschaft, die Obstbäume meiner Oma beschneiden, Gras mähen und Heu machen, Schwimmen, das Gartenbeet umgraben, eine glänzende Idee haben, Nachmittagstee mit einem lieben Menschen, Zusammenarbeit, früh am Morgen aus dem Haus gehen, die Stille der Nacht, Sternenhimmel, eine Begegnung, ein gutes Gespräch, ein Ziel verfolgen, die Zugvögel am Himmel, einen neuen Menschen kennenlernen, eine Erkenntnis, etwas Neues Lernen, den Faden wieder finden, ein spontaner Besuch, ein neues Werk

Thanksgiving 2012

Dienstag, 20. November 2012

"Drei Dimensionen sind wirklicher Raum. Dadurch ist Schluss mit dem Illusionismus."
Donald Judd

Shalom, Frieden, Peace

Sonntag, 18. November 2012

Meine Weihnachtsfeier

Leider werde ich dieses Jahr wohl keine betriebliche Weihnachtsfeier machen können.
Ich empfehle:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
Am 20. Dezember 2012 lädt die Filmreihe Surreale Welten zu:
Stanley Kubrick, EYES WIDE, SHUT, USA, 1999.

Ich war letzes Jahr bei:
Maja Derens DIVINE HORSEMEN http://utevonerlach.blogspot.de/2012/06/divine-horsemen.html Superb!



equanimity

Freitag, 16. November 2012

More Cards for the monopol Quartett!


Colleagues started to add their own cards to the Artist Quartett.








Donnerstag, 15. November 2012

THE MISSING CARD im monopol KÜNSTLERQUARTETT

Man braucht 4 Karten in jeder Kategorie für ein echtes Quartett.
In diesem Sinn ist das monopol Künstlerquartett der November Printausgabe (11/12) noch nicht komplett.

Hier meine Ergänzung in der Kategorie Alles-Künstlerin:


























Graphische Realisierung: Karin Grote
Foto: Jens Schünemann

Let´s play!

Montag, 5. November 2012

"So sprach der Adler, als er an dem Pfeil, der ihn durchbohrte, das Gefieder sah: So sind wir keinem anderen erlegen als unsrer eignen Schwinge." Aischylos

Donnerstag, 1. November 2012

DIE KULTURBLOGGERIN BLOGGT NICHT
DER BÄCKER BACKT NICHT
DER SCHLACHTER SCHLACHTET NICHT
DER KOCH KOCHT NICHT
DER TV MODERATOR MODERIERT NICHT
DER SCHNEIDER SCHNEIDERT NICHT
DER JÄGER JAGT NICHT
DER GÄRTNER GÄRTNERT NICHT
DER POLITIKER POLTERT NICHT
DER SÄNGER SINGT NICHT
DIE TÄNZERIN TANZT NICHT
DER KAMINKEHRER KEHRT NICHT

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Ein Wimpernschlag

Ich war eingeladen beim Pressefrühstück in der Berliner Galerie Deschler:
Rainer Fetting - Fotografie, anläßlich eines gleichnamigen Fotobuches, das gerade in der Edition Braus erschienen ist.

Ich habe mich bisher wenig bis gar nicht für Fetting und seine Malerei interessiert.
Warum bin ich dann zu seiner Fotografieausstellung gegangen und habe dem 2 Stunden meiner Lebenszeit gewidmet? Doch nicht weil ich selbst künstlerische Dokumentarfilme mache?!
Ganz ehrlich, es war das Bild von Manhattan und der Queensborough Bridge aus 1978, das an die Einladung angehängt war.
NYC zieht immer irgendwie, immer noch. Der Mythos NYC überstrahlt den Mythos Berlin.
Das ist einfach so, auch wenn es fast wie ein Klischee ist, dem man erliegt, dem ich erlegen bin.
Und ein wenig so waren die Fotos auch, die, so gab Fetting während des Gesprächs auch zu, gar keinen großen Anspruch und keine große Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie suchten, in der Zeit als sie entstanden. Erinnerungsstücke von Menschen und Orten, vielleicht auch Skizzenbuch.

So war das get together ein bischen ratlos und auch ohne große Energie.
Nostalgisch und ein wenig sentimental schaute Rainer Fetting auf die Zeit zurück, in der diese Fotos in New York und Berlin entstanden sind, als beide Städte noch rauher und offenwundiger waren, als sie es heute sind.

Und dann riss der Himmel auf: Desmond, Fotomodell von einst und immer noch ein Freund, war angereist und brachte die enorme Weltoffenheit und den Geist New Yorks in die Galerie.
Ein lebender und sehr vitaler Zeitzeuge, der besser als der etwas müde zurückblickende Fetting selbst die Bilder und damit den Geist dieser Stadt und seiner unglaublichen Einwanderergeschichten in nur ungefähr vier Sätzen lebendig machte.
Da waren plötzlich die Black Panthers und da war Gershwin und die emigrierten Juden. Wow. Soviel kultureller Reichtum blitzte da auf, soviel Kulturgeschichte. Der Kontext der Fotos lebte mit einem Schlag.

Und plötzlich wurde klar, was Fotografie sein kann und per se immer auch ist:
Ein Stück fixierte Zeitgeschichte als Wimpernschlag im großen Weltenlauf.

Thank you Desmond for being there! I was delighted to meet you.


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Integration des Unfassbaren

"Der Versuch, den Tod als etwas Absolutes in das Leben einzugemeinden", so benannte Jenny Erpenbeck die Motivation ihres neuen Romans "Aller Tage Abend" im Lese-Café von MDR FIGARO am vergangenen Sonntag.
Wir fuhren als Familie auf der A4 zurück nach Berlin und es war tröstlich und auch gemütlich, im Autoradio diesem Gespräch zuzuhören. Ein Gespräch über mögliche Lebenswege, die das Leben den für immer Gegangenen nicht geschenkt hat, die die Literatur in Form von Geschichten aber schenken kann - über den Konjunktiv.

Ich weiß nicht, ob ich das Buch lesen werde.
Was Jenny Erpenbeck über ihren Versuch, den Tod zu erfassen, im Interview erzählte, das berührte mich fast mehr, als die gelesenen Textstellen selbst.
Hängengeblieben ist ihre Formulierung: "der Versuch, den Tod in das Leben einzugemeinden". Das begleitet mich seither.

Montag, 24. September 2012

Also das könnte ich nicht, was Sie da machen!

Mittwoch, 19. September 2012

Schätzungen nehme ich gerne entgegen

Wieviele Kastanien hängen an Deinem Kastanienbaum?

Montag, 17. September 2012

Freitag, 14. September 2012

Donnerstag, 13. September 2012

summer is waning, my friend

Dienstag, 11. September 2012

VOLLMILCH ODER MAGERMILCH?

Freitag, 7. September 2012

Mittwoch, 5. September 2012

ausdrücklichen
besonderen
herzlichen
vielen

Montag, 27. August 2012

endgültig
zu Ende
finito
unwiderruflich
unwiederbringlich
unabänderlich
vorbei
unumkehrbar
für immer
Schluss

Freitag, 17. August 2012

Slight Alterations - Das Netz vergisst nichts

Ein Online Fluxus Projekt unter der Blogadresse
http://redigiertertext.blogspot.de/

Online-Journalismus beinhaltet - im Gegensatz zu Printmedien - für Journalisten die Möglichkeit, den eigenen Text erneut zu redigieren, Fehler zu korrigieren und damit die Vorversion zu überschreiben. So lassen sich im Prinzip Aussagen revidieren oder abschwächen.

Der Kurztext der Blogseite http://redigiertertext.blogspot.de/ wird von mir im Laufe der Zeit immer wieder leicht umgestellt und in seiner Bedeutung verändert.
Für Sie als Besucher der Blog-Seite bleiben Datum und Zeitpunkt der Änderung unbemerkt. Allein der Server, der irgendwo auf der Welt steht, wird diese Veränderungen exakt nachvollziehen können.


Have a look!

No more words


Freitag, 10. August 2012

Café Barouf

Ich wohne an einer Straße in Berlin-Prenzlauer Berg, die sich seit unserem Zuzug aus Kalifornien vor 8 Jahren stetig zu einer Gastronomiezone entwickelt hat.
Ich wage zu behaupten, dass es berlinweit die Straße mit den meisten Cafés ist und frage mich immer, wer den ganzen Kaffee trinken kann.
Die Antwort lautet wohl zunehmend: Touristen, die in umgewandelten "Ferien"- Wohnungen ihr unbeschwertes Berlinglück verbringen.

Damit ist für uns Alltags-Berlin-Bewohner verbunden, dass nahezu täglich morgens zwischen 8 und 9 Uhr Lieferfahrzeuge mit laufender Kühlung vor unserem Fenster parken und einen Höllenlärm verbreiten.
Abgesehen davon, dass schon morgens um 4 Uhr Lieferfahrzeuge anrollen oder Gastromüll abgeholt wird, stellt dieser brüllend kühlende Gastrolärm eine extreme Belastung für den menschlichen Organismus von uns Normalberlinern dar, die wir nicht jeden Tag einen Cafe au lait im Café schlürfen, sondern uns am Küchentisch ein Marmeladebrot schmieren und dabei manchmal unser eigenes Wort kaum noch verstehen.

Ich frage mich, ob manche von uns im Straßenalltag deshalb zunehmend aggressiver werden. Diese Feststellung habe ich dieser Tage machen müssen, als ich beim Einkaufen im Kiez mindestens 4x fast über den Haufen gefahren wurde - von Fahrradfahrern auf dem Gehweg.
Lärm macht aggressiv - das ist bekannt.

Ich bin überrascht und sehr verärgert, dass in Zeiten der Sensibilisierung für Lärm als Umweltbelastung Fahrzeuge mit derartig hohen Lärmemissionen überhaupt noch herumfahren dürfen.

Montag, 6. August 2012

Passionsspiele im Sommer





An den spielfreien Tagen habe ich Mainfranken durchstreift und dabei bin ich darauf gestoßen, dass noch Mitte des 18. Jahrhunderts, 1749, mitten im Zeitalter der Aufklärung, im Kloster Oberzell bei Würzburg, die Oberin des Klosters, Maria Renata Singer, als letzte Hexe in Franken verbrannt wurde.
Ich habe leider nicht selten den Eindruck, frau ist auch heute in der Rolle der barmherzigen Maria Magdalena in weiten Landstrichen noch immer sicherer aufgehoben, als in der Rolle der kraftvollen Weiblichkeit.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Für ein Lächeln



Summer of Jazz

Ich nutze mit meinen Töchtern diese Phase der Sommerferien zum Entrümpeln.
Dabei hören wir Jazzradio Berlin, sitzen ab und zu zum Ausruhen auf dem Balkon in der Sonne und betrachten die Mauersegler hoch im Himmel über uns.
Mehrfach wurde uns heute der Summer of Jazz im Ellington Hotel angepriesen und wir bekamen Lust auf ein sommerliches Jazzkonzert im Garten.
http://jazzradio.net/events/berlin-summer-of-jazz-frank-mccomb/
Ich griff zum Hörer und erkundigte mich bei Jazz Radio, ob minderjährige Töchter eventuell Sonderkonditionen beim Eintritt hätten.
Wir bekamen eine positive Antwort und die ganze Familie stieg sofort jubelnd ins Auto um 20 Minuten später auf die Minute pünktlich da zu sein.
Wir wurden für unsere Spontaneität mit einem guten und sehr persönlichen Konzertabend belohnt.
Michaela Wagner von Jazz Radio empfing ihre Gäste am Eingang. Sie wusste sofort, wer wir waren - mein Anruf war offenbar an sie weitergeleitet worden. Sehr aufmerksam.
Es kam noch besser: Frank McComb kam kurz vor seinem Auftritt nochmal am Eingang vorbei und begrüßte im Vorbeigehen die Töchter als jüngste Konzertbesucher mit Handschlag.
Am Ende des Konzerts bekamen sie ein Autogramm und eine CD von ihm geschenkt.
Sie sind jetzt seine Fans, für immer.

Das Publikum war eine Mischung aus Hotelgästen und Jazzliebhabern. Wir saßen auf der Treppe, blickten in den Sommerhimmel im ausgeschnittenen Karree des Hofs, betrachteten die interessante Black Community, die sich da versammelt hatte, schlürften Aperol Sprizz (hochpreisig) und lauschtem gutem Jazz.

Schade fanden wir, dass das Konzert sehr pünktlich um 22 Uhr zu Ende war - Lärmschutz. So war das Ganze etwas kurz. Da wünschte man sich, die Musiker würden ohne Pause spielen und das get together könnte dann im Anschluss an das Konzert stattfinden.

Es kommt noch mehr Summer of Jazz. Alles in allem empfehlenswert!

Montag, 9. Juli 2012

Wie können wir Berlin verändern?

Ich war für ein paar Tage in Spanien - Barcelona, Madrid, Valencia...
Ich habe es sehr genossen. Sehr guter Kontrast zu Berlin - die Straßenbilder, die Menschen, die Art, wie sie sich kleiden und geben. Von Krise erstmal keine Spur.
In Berlin stehen mehr Geschäfte leer - ganze Straßenzüge!

L'Illa, eine Shopping Mall in Barcelona. Da kann Alexa einpacken und die Potsdamer Allee Arkaden auch.
Der Flughafen von Madrid: Wie wunderbar elegant und leicht und dabei ganz funktionstüchtig!
Bin mir nicht sicher, ob Gerkan Marg und Partner für Willy Brandt auch so was Leichtes erschaffen haben.

Gestern fuhr ich dann durch die Stadt und von überall prangte mir die Frage auf Plakaten entgegen, wie wir Berlin verändern können.
Abgesehen davon, dass ich noch gar nicht erforscht habe, wer Wir sein könnte, ist es überdies die Frage, die mich am allerwenigsten bewegt.

Ich bin seit fast 27 Jahren mit Berlin verheiratet - sicher, ein paar Unterbrechungen gab es da schon - und doch habe ich mit dieser Stadt extrem viel Wechsel erlebt.

Ich frage mich oft, wie ich elastisch genug bleiben kann, um diese permanenten Aufgeregtheiten und Großevents, ohne die es offenbar nicht mehr geht, mitmachen zu können.
Wie kann ich diese hektische, bodenlose Selbstsuche aushalten, die permanente nicht enden wollende Gier nach Bestätigung von außen, die allem und jedem die Möglichkeit gibt, Berlin als Projektionsfläche zu nutzen?
Wie kann ich eigentlich leben, ohne den Tiergarten, der mittlerweile andauernd Fanmeile und anderes sein muss?

Ich frage mich: Wie kann sich Berlin konsolidieren und vor der Prostitution bewahren?

Samstag, 30. Juni 2012

Medi -Taping für alle!

Meine älteste Tochter hat sich neulich beim Basketball im Schulsport zwei Finger geprellt und auch ihr Handgelenk fühlte sich danach offensichtlich verprellt.
Der Sportarzt verpasste ihr eine Gipsschiene und basta.
Unsere Physiotherapeutin war davon gar nicht begeistert und empfahl ihr dringend Medi-Taping - wunderschöne bunte Klebebänder, die die Propriorezeptoren der geprellten Extremität anregen sollten, sich wieder in die gewohnte Position zu begeben.
Haben wir natürlich gemacht und privat bezahlt.
Der Sport- und Unfallarzt meiner Tochter knurrte sie beim nächsten Kontrollbesuch an und wollte wissen, wer ihr denn das verpasst habe.
Gekannt hat er es offensichtlich.

Und jetzt reißt sich dieser Balotelli die Klamotten vom Leib und zeigt eine Art Körperschmuck aus Medi-Taping und bam! - die Methode ist in aller Munde.
Unsere Physiotherapeutin wird entzückt sein.
Also wenn es dazu führt, dass die Gesetzlichen das jetzt übernehmen - wunderbar!

Singen hilft Siegen

Die Deutsche Nationalelf ist raus aus der EM 2012.
Meine Töchter und ich ahnten es frühzeitig - beim Singen der Hymne waren die Italiener allesamt mit Inbrunst dabei.
Die Deutsche Nationalelf hielt sich überwiegend vornehm zurück.
Es bleibt zu mutmaßen, ob sie zu faul oder zu aufgeregt waren, oder den Text nicht kannten, oder die Melodie, oder generell glauben, sie könnten nicht gut genug singen?
Dabei haben sich schon unsere frühesten Vorfahren mit archaischen Ritualgesängen auf eine erfolgreiche Jagd eingestimmt.
Vielleicht kann Michael Betzner-Brandt von der UDK Berlin der Deutschen Nationalelf weiterhelfen:
http://www.choratberlin.de/programm/ich-kann-nicht-singen-chor

Nachtrag 30. Juni 2012:
Mich erreichen hier Stimmen, die meinen, dass sich unsere Nationalhymne ja auch nicht zum Mitschmettern und Mitsingen eignet und geschichtlich vorbelastet ist.
Ich stimme absolut zu!
Ja und auch den Vorschlag einer neuen Nationalhymne - und sei es nur für Fußball - finde ich absolut unterstützenswert!

Mittwoch, 27. Juni 2012

Golden Age

Whenever I think and speak of our time in California, I refer to it as The Golden Age.
I didn't realize it then, I knew it when we returned back to Germany.

I know, it had mostly to do with being freed from all the slumber of German history, that still clutters our lives, thoughts and bodies.
It felt very very healing to move and breathe in a different context.
Sure all the sunshine helped a lot too.

The time around the birth of my second daughter was very special to me.
I felt no stress from societal introjects whatsoever. I rested, prepared for the birth, went swimming a lot, sat in the sun and simply enjoyed being - without any guilt of not 'doing' anything much else, of not 'working'.
Back in Germany, in my own society, I was always so stressed out of not loosing track of my career and of not fulfilling the expectations - mostly my own.

Freitag, 22. Juni 2012

Choice I believe in

Zu Beginn meiner Sommerpause, die sich nahezu mit der Sommerpause des Deutschen Bundestages zu decken scheint, hatte mich die Sommergrippe erwischt.
Während ich völlig erkältet im Bett lag, ging mir wieder und wieder der Begriff der "Herdprämie" durch den Kopf.
Er hatte sich in den letzten Wochen offenbar förmlich in meinen Kopf gehämmert.

Den Lagerstreit der Bundesregierung finde ich befremdlich.

Geht es darum, wie wir Frauen unsere Kinder erziehen dürfen, wird es plötzlich wieder ganz eng in allen politischen Lagern:
Es geht um ein EntwederOder und leider nicht darum, den jungen Müttern eine möglichst große Wahlfreiheit zu lassen, ihr Leben so zu schneidern, wie es zu ihnen und ihrer individuellen Biografie passt und das zu unterstützen - nein, wir Frauen müssen uns entscheiden: entweder Herd oder Büro.

Ich wünschte mir, dass die Debatte um eine "Herdprämie" in ein gesellschaftliches Einverständis darüber münden könnte, dass es den Frauen möglich sein soll, aus ihren persönlichen und ökonomischen Lebensumständen heraus selbst entscheiden zu können, wie sie ihre Kinder auf die große Welt vorbereiten möchten - zu Hause oder schon von klein auf in der Kita. Und dass sie diese Entscheidung auch ändern können.
Das erfordert Vertrauen in die Kraft und das Selbstbewusstsein von Frauen, ihren eigenen Weg zu finden und dann erfordert es die nötige Unterstützung dazu.

Ich selbst hatte die ökonomische Freiheit und immer wieder glückliche Umstände, einen Zwischenweg zwischen Herd und Büro zu gehen. Den würde ich immer wieder gehen.

Wären meine Töchter allerdings von den missmutigen und leidlich umgeschulten Schleckerverkäuferinnen von unserem Schlecker um die Ecke betreut worden - ich hätte alles stehen und liegen gelassen, um meine Kinder zu Hause zu betreuen.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Wie Tinte auf dem Tischtuch

Bitte unbedingt anklicken! Es geht wiedermal um unser Gehirn. Ich hatte das schon vor längerer Zeit gepostet, in einen anderen Beitrag integriert.
Es verdient einen eigenen Post.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,824669,00.html

Was da über das menschliche Gehirn zu lesen steht, erinnert mich an die textilen Arbeiten von Ute Brönner. Hier eine ältere Arbeit aus 2008:
http://www.utebroenner.de/de/BlackMeetsWhite_10.htm

Freitag, 15. Juni 2012

Sushi Breadrolls

Das ist für mich Kulturevolution vom Feinsten:
In der German Bakery in Shanghai bestellt man die Backwaren wie Sushi.
Sushi Breadrolls.


Dienstag, 12. Juni 2012

Sheer Beauty

And mind you
that there is the sky
and the birds
and the grassland
there are the clouds
and wind
and in amongst all this
sheer beauty
the red dots of the poppies

I met someone on the way
she was old and her face
looked worn
and yet she seemed to be full of life
somewhere hidden

6/12



Das Originalblatt habe ich einer geschätzten Kollegin geschenkt.

JETZT

noch schnell die Ausstellung JETZT bei Barbara Wien und Wilma Lukatsch besuchen, so noch nicht geschehen.
Sie schließt diesen Donnerstag.
Ich war auch heute schnell noch dort.
Es ist ein Stück jüngerer Kunstgeschichte.

Der Film JETZT, 1962,von Georg Bense, Rainer Woesner und Hansjörg Mayer hat mir sehr gut gefallen. Ein verfilmtes Gedicht von Max Bense.

Ein Einblick in das damalige JETZT, das Stuttgart der Nachkriegszeit.
Und dazu wunderschöne Augenblicke der Annäherung und Momente der Begegnung - JETZTs eben.
Poetisch verwaschene Filmbilder. Und zu den JETZTs immer die langen Fahrten der Straßenbahn, die die Augenblicke dazwischen erst zum JETZT werden lassen.

Tempo und Rhythmus. Strukturierte Zeit.

Freitag, 8. Juni 2012

Divine Horsemen

Heute morgen ist mir der Film von
Maja Deren, Divine Horsemen, The Living Gods of Haiti, USA, 1953,
wieder in den Sinn gekommen, den ich kurz vor Weihnachten in der Filmreihe der Sammlung Scharf-Gerstenberg gesehen habe.
So inspirierend, so wunderbar, so archaisch!
Nach dem Film spazierten wir in Trance über den Charlottenburger Weihnachtsmarkt, der mir so fremd und seltsam vorkam und wir fühlten die Trommeln in unseren Knochen und die Erde unter unseren Füßen.
Great stuff and highly recommendable - übrigens auch die Filmreihe Surreale Welten als solches, die einmal im Monat in der Sammlung stattfindet. Klein und fein!
http://www.smb.museum/smb/news/details.php?objID=37755

Sonntag, 3. Juni 2012

DOCUMENTA RY

Die DOCUMENTA in Kassel wird mich dieses Jahr nicht als Besucherin begrüßen können.
Ich habe das letzte Mal angesichts des Kunst-Rummels eine echte Sinnkrise bekommen.
All die Menschen, die da pilgerten und WAS genau suchten? - Das Event, den Sinn des Seins, sich selbst, den anderen, Gott, eine Antwort, keine Antwort, einen Lover...?
Ich erinnere mich im Ende an viele, viel zuviele Menschen und zugegebenermaßen an kein einziges Werk.

Der k.o.-Schlag für mein Verhältnis zur DOCUMENTA:
Ich habe selten so schlecht gegessen, wie in Kassel und selten so schlecht geschlafen. Vor unserem Hotel - es war von MONOPOL empfohlen worden, oh jeh! - fand eine Schlacht türkischer Mitbürger statt und irgendwie war die ganze Nacht Remmidemmi.
Mit schlechtem Essen im Magen und einer Überdosis Kunstrummel ist es eines der Ereignisse der letzten Jahre, das auf der Liste der schlechten Erinnerungen ziemlich oben steht. SORRY, Kassel, sorry, DOCUMENTA, es ist so!

Dienstag, 29. Mai 2012

Von Kultur und Verwüstung

Mein Herz schlägt für Mainfranken - und das schon seit den 60er Jahren, als es dort zu schlagen begann. Es schlägt daneben auch noch für andere Orte, z.B. für Kalifornien, wo ich gelebt habe und für Berlin, wo ich derzeit lebe. Für Mainfranken schlägt es am Längsten.
Obwohl ich schon seit bald 27 Jahren meinen Hauptwohnsitz nicht mehr dort habe, bin ich dieser Gegend treu geblieben und besuchte sie häufig - auch mit dem Flugzeug aus Amerika!

Seit einigen Jahren reise ich jedes Jahr zu Pfingsten mit meiner Familie aus Berlin zum Gertraudenfest, ein Fest zum Gedenken an die Heilige Gertraud, die im Mittelalter in Main-Spessart für einige Jahre lebte und wirkte.
Das Fest wird von der kleinen Gemeinde Waldzell ausgerichtet und, mein Kompliment an diese Gemeinde: Es ist in jeder Hinsicht das geschmackvollste Sommerfest dieser Art, das ich kenne! Gutes Essen, gute Stimmung, gute Blasmusik.
Beginnen tut das Fest mit einem Freiluftgottesdienst an der kleinen Gertraudenkapelle und ich bin mir sicher, dieser Beginn ist der Schlüssel zum Fest! Dieser Gottesdienst ist so herzig und so voll einfachem und erdverbundenem Gottesglauben. Es treibt mir jedesmal die Tränen in die Augen.
Und dann gehört dazu, dass man sich dieses Fest erwandert - die Kapelle liegt mitten im Wald!

Hier beginnt die Geschichte des diesjährigen Festes.
Unsere kleine Wandergruppe wanderte also auch dieses Jahr durch das Frischgrün der Buchenwälder, von Maintal hinauf auf die Fränkische Platte, auf dem europäischen Kulturwanderweg Waldsassengau, wie dieser alte, oft begangene Weg seit 2009 genannt wird. Es ist quasi jetzt ein Weg mit Adelstitel.

Wir genossen alles, auch die wunderbar süße Erfahrung der Wiederholung, des Wissens um das, was kommt an Wegstecke und Festgetümmel. Das machte uns froh und leicht - trotz der frühen Morgenstunde nach langer Autobahnfahrt am Vortag.
Halberwegs wurden wir aus unserer Freude jäh und brutal in eine andere Wirklichkeit geholt: Der Kulturwanderweg war an der schönsten Stelle von modernem Forstgerät auf hunderten von Quadtratmetern aufs brutalste zerstört, durchwühlt, und metertief zerfurcht.
Bäume lagen kreuz und quer, in einer Pfütze glänzte eine Öllache. Die noch stehenden Bäume, die nahezu hohnvoll mit gelben Sternen auf blauem Grund den kürzlich verliehenen Europa-Titel verkündeten, trugen tief klaffende Wunden von überbreitem Forstgerät. Alles erinnerte an Krieg und an Verwüstung.
Wir waren verstört, suchten nach Worten, rangen mit uns und konnten dann nur unserem Entsetzen Ausdruck verleihen. Dies war nicht der Amazonas, von wo uns ständig Bilder von Verwüstung erreichten, dies war mein Wald und der Kulturwanderweg zur Gertraudenkapelle!
Endlich schien die Verwüstung an einer Gemarkungsgrenze zu enden. Der Weg wurde vertraut, das Herz leichter und an der Kapelle angekommen, waren die Bilder in den Hintergrund gedrängt. Auf Bierbänken sitzend fühlten wir uns wieder wohlig vertraut und erwarteten den Beginn des Gottesdienstes.

Die kleine Glocke wurde geläutet, der Holzturm der Kapelle wackelte vom Glockenzug und das kleine Kreuz auf dem Holzdach schien ein wenig zu verrutschen.
Ein pensionierter Monsignore hielt eine launige Begrüßungsansprache und eine leidenschaftliche, geistreiche Predigt, für die ich ihn fast hätte küssen können - was man mit pensionierten Monsignores nur wohl ganz gewiss nicht tut.
Es war eine Unterrichtsstunde in der Geschichte der Urbarmachung der Jahrhunderte alten Kulturlandschaft, in der wir hier in Deutschland leben, quasi brennglasartig auf die Fränkische Platte gehalten. Der Monsignore sprach von römischem Recht und Gerechtigkeit, die mit den Mönchen um 800 in die Gegend kamen, zitierte Jesaja 32,15-19 und verwies auf den Unterschied zwischen dem Faustrecht der Wüste und der Gerechtigkeit, mit der solche Kulturlandschaft erst möglich wurde.
Er schrieb allen, die heute in dieser Gegend leben, ins Stammbuch, dass es ein hoher Wert ist, der da über Jahrhunderte geschaffen wurde und dass diese Gegend es Wert sei, gepflegt zu werden.
In mir waren die Bilder der eben durchwanderten Verwüstung - und gerne, allzu gerne hätte ich die Worte des Herrn Monsignore in alle Ohren gelegt, in deren Obhut diese Wälder liegen.
Der Gottesdienst endete mit dem Wettersegen - Halleluja, wie wunderbar! Und dann gab es Ochs und Weißwürste und Kuchen und auf dem Rückweg war ich mir sicher, ich würde all dies niederschreiben.

Montag, 28. Mai 2012

Pneumos

Im griechischen Urtext wird der Heilige Geist als pneumos bezeichnet: der Atem.
And yeah! Atem, that's what it's really all about!
Das Erste, was wir tun, wenn wir aus der aquatischen in diese terrestrische Welt kommen ist: Atmen.
Und Atem ist der Schlüssel zu jeder Veränderung auf körperlicher und geistiger Ebene
in uns.

Ein älterer Text von mir hierzu:

Our thoughts shape our tissue / Sounds break structure / Bodies in resonance /
The body as a fluid system / Sounds resonate in tissue /
We tap into the unknown /
Our tissue shapes our thoughts / Be still and know: This is the well of creativity.
2006

Frohe Pfingsten!

Samstag, 19. Mai 2012

Meisterwerk der Natur

Anbei ein spannender Artikel über die menschliche Hand.
Wir kommen evolutionär aus dem Wasser und es ist so spannend, was aus unseren Schwimmflossen geworden ist!
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/warum-der-mensch-fuenf-finger-hat-a-829724.html
und weiterführend
http://www.nationalgeographic.de/reportagen/die-anatomie-der-haende

Bedenke, dass Du Fisch warst! :)

Donnerstag, 17. Mai 2012

Himmelwärts

Heute ist der Tag des Os sphinoidale - der zentrale Knochen unseres Kopfskeletts.
Er ist verbunden mit 14! anderen Knochen unseres Kopfes und orchestriert das Skelett des ganzen Körpers. Wow!

Er sieht aus wie ein Schmetterling, bitte gucken!:
http://img.tfd.com/MosbyMD/thumb/sphenoid_bone.jpg

Den Os sphinoidale zum schwingen zu bringen - das ist wirklich ein Gefühl von: going to heaven.

Mittwoch, 9. Mai 2012

physical reenactment

Die erstarrte, körperferne Form, in der in den westlichen Gesellschaften die Mysterien vermittelt werden, hat wenig Zukunft.
Und im Grunde sehnen sich die Menschen nach Verkörperung!
Dabei entstehen dann manchmal seltsame Formen und Spielarten von Körperlichkeit, in dem Versuch, sich selbst und dem Grund des Seins näher zu kommen - auch davon handeln die jüngsten Leinwandarbeiten von Ute Brönner.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Heldinnen

Gestern, am 1. Mai, habe ich beim Autofahren kurz dem Anfang eines Interviews auf Radio1 mit Bascha Mika zugehört, die offensichtlich ein neues Buch geschrieben hat.
In diesem Interview (und offenbar auch im Buch, das glaube ich erst erscheint) beklagt Bascha Mika, dass es zu wenige weibliche Heldinnen gäbe.
Ach liebe Frau Mika, jede Frau, die ein Kind zu Welt bringt, ist eine Heldin!

Gebären ist auch im Zeitalter der Hochtechnologie immer wieder ein archaischer Akt, in dem wir Frauen den schmalen Pfad zwischen Leben und Tod wandeln!

Zugegeben, durch technikaffine Krankenhausgeburten (OHNE Indikation) wird den Frauen dieses archaische rite of passage immer noch und immer wieder genommen.
Und zugegeben: Frauen, die sich bewusst für einen Kaiserschnitt entscheiden, um den Schmerzen zu entgehen, nehmen sich diesen Ritus selbst - und nehmen auch dabei doch das Recht auf selbstbestimmte Geburt wahr.
Und zugegeben: Durch die ewigen Kämpfe der Frauenbewegung, sich mit Männern messen und vergleichen zu müssen, wird dieser heroische Akt in den Hintergrund gedrängt.
Und klar, dieser Akt ist alles andere als öffentlich - nur darum geht es beim Helden auch nicht.

Und: Darüber hinaus können und sollen Frauen jede Form von Heldentum leben können, die sie für sich für richtig halten.
Ich schätze Frau Mika für ihr standing in der Gesellschaft und ihre Einwürfe.
ICH FINDE JEDOCH: Zu beklagen gibt es eigentlich über uns Frauen nichts - außer vielleicht, dem eigenen Gefühl und der eigenen Wahrnehmung oft nicht zu trauen und der eigenen Kraft.
Frauen sind wunderbar.

Heldin sein können und nicht sein müssen, das ist für mich wünschenswert.
Das ist die pluralistische Gesellschaft, die ich so schätze und liebe.

In diesem ganzen Zusammenhang ein Buch, das ich bei der Hausgeburt meiner 2. Tochter in USA total hilfreich fand:
Birthing from Within: An Extra-Ordinary Guide to Childbirth Preparation
by Pam England and Rob Horowitz


Mein öffentlicher Dank geht an Yelena Kolodji, Los Gatos, Kalifornien - meine Hebamme, die für mich ein große Heldin ist, weil sie trotz vieler rechtlicher Gefahren mir und vielen hundert Frauen eine Hausgeburt ermöglicht hat und weil sie mein Vertrauen gestärkt hat, meine Tochter als Hausgeburt auf die Welt zu bringen.

Donnerstag, 29. März 2012

Befreiung

Ute Brönner über ihre Arbeiten:

"Mein Körper ist mein wichtigstes Medium und mein Kompass.
Zeit meines Lebens suche ich nach Wegen, um aus meinem körperlich als schmerzhaft empfundenen Gefühl von Enge zu auszubrechen.
Bewegung ist der Gegenpol zu Stagnation.
Die Kunst ist mein Weg aus gesellschaftlichen Konventionen und Restriktionen.

Um das Gefühl von Freiheit und Entwicklung wahrnehmen zu können, bedarf es eines Referenzpunktes. Dazu dienen mir Zustandsbefragungen und Grundannahmen zu Beginn meiner Untersuchungen.
Ich arbeite mit definierten gleichen Rahmenmaßen und Zeiteinheiten, zumeist in stringent angelegten Werkreihen.
Der Entwicklungsprozess innerhalb der Arbeiten und Serien ist dabei ganz entscheidend.

Meine Akte der Befreiung sind minimale Interventionen, die sich immer mit den sinnlichen Qualitäten des Materials oder Mediums, in dem ich arbeite, auseinandersetzen:
Was ist der menschliche Körper? Diese Frage ist der zentrale Ausgangspunkt meiner Forschungen. Daraus entwickle ich die Fragen: Was bewirkt Klang? Wo entsteht Sprache? Was ist eigentlich eine Leinwand und was ist Film?"



Montag, 26. März 2012

Kontrastprogramm

Ich war übers Wochenende in Münster.
Schon die Fahrt mit dem Zug dorthin machte mich staunen.
Im Münsterland steht quasi in jedem Vorgarten ein Pferd, oft auch zwei.
Wow! Soviel Wohlstand!

Und dann Münster - was für eine aufgeräumte Stadt. Was für Fassaden.
Klar muss ich dann natürlich denken, was sich da hinter den Fassaden so befindet.
Das weckt meine Neugierde. Ich wittere das gesamte Potenzial des Welttheaters: Tragödien, Dramen, Komödien, Groteske, Irrwitz.

Und wie angenehm wohltuend für ein Wochenende für eine, die tagtäglich Berlin lebt, dass es alles hinter diesen etwas steifen und sehr ruhigen Fassaden stattfindet - also ich hoffe lebt und lebendig ist.
Da fallen mir dann gleich die drei Käfige für die Wiedertäufer ein, die an der Lambertikirche hängen.

Donnerstag, 1. März 2012

Durable - Made in Germany

Für mein Portfolio verwende auch ich in der Analogversion Klarsichthüllen.
Die tragen dann in der Nähe der Lochung auf dem Lochstreifen jeweils so einen Aufdruck:
DURABLE Made in Germany.

Neulich bekam ich den Rat, neutrale Klarsichthüllen, ohne Aufdruck zu verwenden.
Ich begab mich auf die Suche und wurde fündig. Die sind 3x so teuer und haben andere Schwächen.

Und außerdem, mittlerweile denke ich, was heißt hier Schwächen:
Meine Kunst ist Made in Germany und ich bin durable (ausdauernd)!
Wenn sich das beim Blättern des Portfolios im Unterbewußtsein verankert und sich die Synapsenschaltung zu meiner Kunst herstellt - prima!

Montag, 13. Februar 2012

Kulturverwirrung

Am Samstag war ich bei Barbara Wien und Wilma Lukatsch zur Eröffnung der sehr gelungenen Ausstellung von Eva von Platen. Sehr angeregt und auch heiter verabschiedete ich mich von Barbara Wien im Gespräch und - gab ihr zum Abschied die Hand.
Und geriet in totale Verunsicherung und in plötzliche Kulturverwirrung.

Ich befand mich in Schöneberg, im "alten Westen" und wusste nicht mehr, "ob man das tut", die Hand geben. Ich wohne jetzt 7 lange Jahre im Ostteil der Stadt, wo in der "Osttradition" alle allen die Hand geben - oder ist das auch schon vorbei, vorbeigegangen während der 7 Jahre, outdated, Kulturverwischung?
Und vorher lebte ich in Kalifornien, wo der Handschlag auch dazu gehörte: "Hi, good to meet you".
Aber im guten alten Westen Berlins, gibt man sich da die Hand, zur Begrüßung und zum Abschied?
Also ich weiß es nicht mehr! Hilfe! Ich brauche einen Knigge! Der Irrwitz ist da!

Freitag, 10. Februar 2012

Reflexe

Bei allen körperlichen Einschränkungen und Wehwechen, die mich beschäftigen,
bin ich froh, dass meine Reflexe alle gut funktionieren,
bin ich froh über alle Zeichen und Signale, mit dem mein Körper mir Unbehagen oder Behagen zum Ausdruck gibt.
Körper ist Kontext.

Samstag, 14. Januar 2012

just consider that:

Die menschliche Augenhöhle besteht aus 8! verschiedenen Knochen.

Our eye-socket (orbit) is formed by 8! different bones.

We are an ongoing transformation

Donnerstag, 12. Januar 2012

Kunst Index

Untenstehender Aufruf erreichte mich heute.
Bin nicht ganz sicher, wie ich das finden soll.
Bücherverbrennung und Entartete Kunst hatten wir schon.
Das weckt keine guten Erinnerungen. Mir bereitet es Bauchschmerzen, genauso wie das Buch, um das es geht, selbst.
Und beim 2. Nachdenken: Wieso fühlt sich ein tschechischer Künstler dazu berufen, so eine Aktion zu machen?

Es ist die Gesellschaft der in Deutschland lebenden Menschen, die durch gelebte Akzeptanz von Vielfalt solch einem Buch den Nährboden entzieht.

Und: Ein Skandälchen hat ja schon immer zur PR im Kunstbetrieb gehört.
Als Frau sollte ich wohl was Offensichtlicheres mit Sex machen, das geht immer irgendwie.



Die berlin biennale schreibt:


„DEUTSCHLAND SCHAFFT ES AB“ – BUCHSAMMELAKTION
Mit mehr als 1,3 Millionen verkauften Exemplaren ist Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin das erfolgreichste politische Sachbuch eines deutschen Autors der Nachkriegszeit. Im Rahmen der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst initiiert der tschechische Künstler Martin Zet jetzt die Kampagne „Deutschland schafft es ab“. Er ruft dazu auf, möglichst viele Exemplare des Buches zu sammeln und sich seiner so zu entledigen. „Ab einem bestimmten Moment ist es nicht mehr wichtig, was die Qualität oder wahre Intention eines Buches ist, sondern welchen Effekt es in der deutschen Gesellschaft hat. Das Buch weckte und förderte anti-migrantische und hauptsächlich anti-türkische Tendenzen in diesem Land. Ich schlage vor, das Buch als aktives Werkzeug zu benutzen, welches den Menschen ermöglicht, ihre eigene Position zu bekunden.”, erklärt Martin Zet. Der Künstler ruft dazu auf, mindestens 60.000 Exemplare zu sammeln, was weniger als 5 Prozent der kompletten Auflage entspricht. Die Bücher werden in einer Installation in der 7. Berlin Biennale gezeigt; nach Ende der Ausstellung werden sie recycelt.
Bitte geben Sie Ihr Exemplar in einer der teilnehmenden Sammelstellen ab oder schicken Sie es uns per Post und lassen Sie es Teil der Installation werden!

Die erste Sammelstelle in Berlin gibt es ab dem 12. Januar 2012 in den KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte (zugänglich täglich von 10 bis 20 Uhr).

Weitere Sammelstellen in Berlin sind:
- Buchhandlung Pro qm | Almstadtstraße 48–50 | Mitte
- C/O Berlin | Postfuhramt | Oranienburger Straße 35/36 | Mitte
- Haus der Kulturen der Welt | John-Foster-Dulles-Allee 10 | Mitte
- ifa-Galerie Berlin | Linienstraße 139/140, Mitte
- Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.) | Chausseestraße 128/129 | Mitte
- Berlinische Galerie | Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur | Alte Jakobstraße 124–128 | Kreuzberg
- Kunstraum Kreuzberg / Bethanien | Mariannenplatz 2 | Kreuzberg
- Kulturnetzwerk Neukölln e.V. | Karl-Marx-Straße 131 | Neukölln
- Freie Volksbühne Berlin | Ruhrstraße 6 | Wilmersdorf
- Theater an der Parkaue | Parkaue 29 | Lichtenberg
- Schlossplatztheater | Alt-Köpenick 31 | Köpenick
- Alte Möbelfabrik | Karlstraße 12 | Köpenick

Sammelstellen deutschlandweit:
- Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig | Karl-Tauchnitz-Straße 9–11 | 04107 Leipzig
- dieschönestadt | Am Steintor 19 | 06112 Halle an der Saale
- Stiftung Bauhaus Dessau | Gropiusallee 38 | 06846 Dessau
- Kunstverein in Hamburg | Klosterwall 23 | 20095 Hamburg
- Kunstverein Harburger Bahnhof | im Bahnhof über Gleis 3 & 4 | Hannoversche Straße 85 | 21079 Hamburg
- Kunstverein Hannover | Sophienstraße 2 | 30159 Hannover
- Hartware MedienKunstVerein (HMKV) | Hoher Wall 15 | 44137 Dortmund
- Frankfurter Kunstverein | Steinernes Haus am Römerberg | Markt 44 | 60311 Frankfurt/Main

Schließen Sie sich unserer Aktion an und richten auch Sie eine Sammelstelle ein! Wir kümmern uns um den Transport der Bücher nach Berlin.
Bitte verbreiten Sie diese Information zusätzlich über die Ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle."